Konzeption

Vorwort

Sehr geehrte Eltern, sehr geehrte Damen und Herren,

bereits 2003 erstellte die „Kita Zur Heiligen Familie“ ihre Konzeption. Eine Konzeption ist niemals fertig. Wie auch die Kindertagesstätte hat sich diese weiterentwickelt und gewandelt. Sie halten die überarbeitete Konzeption der „Kita Zur Heiligen Familien“ in Ihren Händen. Sie gibt den aktuellen Stand unserer Arbeitsweise und Zielsetzung wieder. Danke für Ihr Interesse!

Liebe neue Eltern,

Zum ersten Mal geben Sie wahrscheinlich Ihr Kind aus Ihrer Obhut und vertrauen es anderen Personen an. Damit Sie uns vorab schon ein wenig kennenlernen können haben wir diese Konzeption für Sie erstellt. Sie soll unsere Pädagogik verständlich machen und Ihnen die Entscheidung erleichtern, ob sie uns Ihr Kind anvertrauen möchten.

Würzburg im Mai 2020,

Christine Schweser Kita-Leitung


„Kinderbewahranstalt“ oder „Anstalt“. So hießen die Einrichtungen früher, als sich Ordensschwestern aufopferungsvoll um die ihnen anvertrauten Kinder kümmerten.

Die familiären Verhältnisse sind inzwischen anders. Die Welt hat sich stark verändert. Der Kindergarten bzw. die „Kita“ hat sich weiterentwickelt, die Anforderungen und Erwartungen an eine moderne Einrichtung ebenso.

Unsere Kita Zur Heiligen Familie stellt sich dieser Veränderung und dem steten Wandel. Engagierte Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen helfen den Kleinen und ganz Kleinen – als Ergänzung, nicht als Ersatz für die Familie!, – in Gemeinschaft die Welt zu entdecken und sich mit Grunddingen des christlichen Glaubens auseinanderzusetzen. Das Kirchenjahr (Erwartung – Geburt – Tod – Auferstehung – Hoffnung) bietet dazu wunderbare Gelegenheiten. Auch andere Glaubensrichtungen finden Eingang ins kindgerechte Lernen.

Konzeptionelles Arbeiten und Fortbildungen für unser pädagogisches Personal sind selbstverständlich. Der Anstellungsschlüssel stimmt.

Auch baulich pflegen wir unsere Kita. Farbe kommt ins Spiel, das Interieur ist einladend und inspirierend. Neue Fenster sorgen für „Durchblick“. Gute Geister halten das Haus in Schuss bzw. kümmern sich um die notwendige Verwaltung. Renovierungen werden ausgeführt, so dass wir uns sehen lassen können. Nichts ist halt so beständig wie der Wandel.

Weiterhin gutes Gelingen und Gottes Segen!

Klaus Hösterey, Pfarrer


1. Unsere Kita stellt sich vor

1.1 Träger der Einrichtung

Katholische Kirchenstiftung „Zur Heiligen Familie“

Frau-Holle-Weg 4

97084 Würzburg


1.2 Die Geschichte unserer Kita

Unsere Kita liegt in der Lehmgrubensiedlung, zugehörig dem Stadtteil Heidingsfeld in Würzburg. Zusammen mit der Pfarrkirche „Zur Heiligen Familie“, die als einer der ersten Kirchenneubauten nach dem Krieg 1957 eingeweiht wurde, liegt die Kita in der Mitte von einer stetig wachsenenden Zuzugsgemeinde. Gemeinsam mit der Kirche wurde auch ein Kindergarten und ein Pfarrsaal errichtet. 1971 entstand das heutige Kindergartengebäude. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Um- und Anbauten vorgenommen. So wurde im Jahr 2010 eine Kindergartengruppe zur Kleinkindgruppe umgebaut. 2015 folgte die Spatzennestgruppe für das Alter von 2 – 4 Jahren. Eine ausführliche Chronik können Sie in der Einrichtung einsehen.


1.3 Unser Leitbild

Die Kindertagesstätte ist ein Teil der Pfarrgemeinde „Zur Heiligen Familie“ und daher ein Ort der Begegnung, an dem Gemeinschaft erfahrbar wird. Im Umgang miteinander werden christliche Grundhaltung und Rituale gelebt.

Wir achten unsere Mitmenschen und akzeptieren die Würde des Menschen. Alle Menschen, unabhängig von Religions- und Glaubensgemeinschaft, ethnischer Herkunft und Behinderung, erfahren Respekt und Wertschätzung.

Inklusion ist ein wesentlicher Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Alle Kinder werden in ihrer eigenen Persönlichkeit geachtet, ihre Kompetenzen wahrgenommen, individuell gefördert und gestärkt.

Die Strukturen unserer Arbeit sind im Qualitätsmanagement (DiQuM) geregelt und werden regelmäßig überprüft, verbessert und an die aktuellen Bedürfnisse angepasst.

Die gesetzliche Grundlage für unsere Arbeit bildet das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) vom 8. Juli 2005. Die pädagogischen Ziele und Inhalte sind im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan klar ausformuliert und bieten uns eine fundierte, nachvollziehbare Arbeitsgrundlage. Zusammen mit dem katholischen Profil bildet dies die grundlegende Ausrichtung unserer pädagogischen Arbeit und unserer Ziele.

Die Kindertagesstätte wird durch die Haltung der Mitarbeiter/innen und durch die tragfähige Beziehungsgestaltung zu Kindern und Eltern geprägt.

Wir sehen uns als Ort der Bildung, Betreuung und Unterstützung für junge Familien. Dabei ist es oberstes Ziel, die Entwicklung der Kinder zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern.


1.4 Räume und Außengelände

Die Kindertagesstätte ist ebenerdig. Sie hat einen weitläufigen Eingangsbereich mit Garderoben für die Kinder, Elternsitzecke und Spielfläche, die die Kinder gerne zum Rennen, Rutschfahrzeuge fahren u.ä. nutzen. Alle Gruppen und Räume sind von diesem Gang aus erreichbar.

Wenn Sie unsere Kita betreten, sehen Sie zuerst die Käfergruppe. Im Rahmen des Ausbaus der Kleinkindgruppe wurde 2010 diese Gruppe neu gestaltet. Hier stehen den 12 Kleinkindern ein Gruppenraum, ein angrenzender Schlafraum sowie eine Kleinkindtoilette mit Wickelplatz zur Verfügung. Der Garten für den Kleinkindbereich ist direkt von der Garderobe erreichbar.

Einige Schritte weiter befindet sich unsere Übergangsgruppe, das Spatzennest. Diese Gruppe wurde im Jahr 2015 neugestaltet und für Kinder von 2-4 Jahren ausgestattet. Auch hier stehen ein Gruppenraum für die Freispielzeit, ein angrenzender Schlafraum, sowie eine Kleinkindtoilette mit Wickelplatz zur Verfügung.

Im hinteren Bereich des Kindergartens befinden sich die Gruppenräume für unsere „Großen“. Zwei große Gruppenräume, ein Essensbereich, ein Nebenraum, zwei Intensivräume, ein Turnraum und der weitläufige Hausgang werden hier für die Spiel- und Lernzeit genutzt. Jede Gruppe hat außerdem eine eigenen Raum mit Kindertoiletten. Direkt erreichbar ist der großzügige Außenbereich. Dieser liegt wenig einsehbar hinter der Kirche und bietet viele Bewegungsmöglichkeiten. Nestschaukel, Klettertürme mit Rutsche, Fußballwiese, Sandkästen, ein großer Matschplatz und viel Platz für Rädchen, Laufräder und Roller sorgen für viel Spaß und Abwechslung beim Spiel im Freien.

Für die Mitarbeiter stehen außerdem noch ein Büro, drei Wasch- und Wirtschaftsräume, die Küche mit Abstellkammer, Materialraum, sowie ein Teamzimmer für Planung, Pause und Besprechungszeiten zur Verfügung.


1.5 Struktur der Kindergruppen

Unsere Kindertagesstätte ist ein Haus für Kinder im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung. Bis zu 87 Kinder können in unseren Räumlichkeiten ihren Entdeckungsdrang ausleben.

Kleinkindgruppe für 12 Kinder im Alter von 12 Monaten bis zum 3. Lebensjahr:

In unserer Käfergruppe werden die jüngsten Mitglieder unserer Kitagemeinschaft betreut. Entsprechend dem Bedürfnis der Kinder in diesem Alter bieten wir eine zuverlässige und konstante Gruppenstruktur an. Zu ausgewählten Aktionen öffnet sich auch die Käfergruppe in angemessener Weise und nimmt an verschiedenen Angeboten teil.

Spatzennest – ein Nest für Groß und Klein (je nach Alter ca. 18 Kinder):

In der Spatzennestgruppe werden Kinder vom 2. Lebensjahr bis zum 4. Lebensjahr betreut. Die Gruppenanzahl steht immer im Verhältnis zu dem Alter der Kinder, die jeweils unser Spatzennest besuchen. Bis zu acht Zweijährige können gleichzeitig hier ihr „Nest“ finden.

Kindergartenbereich für 50 Kinder im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung:

Jedes Kind findet ein „Zuhause“ in seiner Stammgruppe. Dort erfahren sich die Kinder als Gruppe und finden Halt und Orientierung. Die Stammgruppe wird von zwei festen Bezugspersonen betreut, welche den Eltern als zuständige Ansprechpartner zur Verfügung stehen.


1.6 Personal in der Kita

Die Trägerschaft legt großen Wert auf die sorgfältige Auswahl des pädagogischen Personals. Es werden ausschließlich qualifizierte Mitarbeiter eingestellt. Die Trägerschaft stellt durch Fortbildungen, Schulungsmaßnahmen, gezielte Einarbeitung und Qualitätsmanagement sicher, dass eine gleichbleibende gute Arbeit in der Einrichtung möglich ist. Entsprechend der Vorgaben des BayKiBiG und dessen Ausführungsverordnung wird ausreichend Personal zur Verfügung gestellt.

Teamarbeit ist etwas Lebendiges, ein Prozess, der immer wieder neu erarbeitet werden will. Bei uns sind alle Teammitglieder in Entscheidungen eingebunden und tragen eine gemeinsame Verantwortung. Zusammen verfolgen wir gemeinsame Ziele, zum Wohle der Kinder.

Wir sind:

  • Eine Kindergartenleitung/Erzieher/in / Fachwirt im Erziehungswesen
  • Erzieher/innen in Voll- und Teilzeit zum Teil mit Zusatzausbildung in der Kleinkindpädagogik
  • Pädagogische Ergänzungskräfte (Kinderpfleger/innen) in Voll- und Teilzeit
  • Pädagogisches Personal für die Förderung und Unterstützung von Integrationskindern
  • Fachpersonal zur Unterstützung im hauswirtschaftlichen Bereich
  • Verwaltungskraft
  • Praktikanten in Ausbildung und aus Schulen
  • Reinigungskräfte und ein Hausmeister

1.7 Öffnungszeiten

Spatzennest- und Kindergartengruppen:

Montag bis Donnerstag 7.00 Uhr bis 16.30 Uhr

Freitag von 7.00 Uhr bis 14.30 Uhr

Kleinkindgruppe:

Montag bis Donnerstag 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Freitag von 7.00 Uhr bis 14.30 Uhr


1.8 Kosten

Die Elternbeiträge richten sich nach den gebuchten Stunden, die Ihr Kind im Durchschnitt unsere Einrichtung besucht. Dabei können Sie die Zeiten flexibel innerhalb unserer Öffnungszeiten über die Wochentage hin verteilen.

BuchungszeitKinder ab 3 JahrenKinder unter 3 Jahren
Buchungsfaktor bis 4 Stunden103,00€178,00€
Buchungsfaktor 4-5 Stunden113,00€188,00€
Buchungsfaktor 5-6 Stunden123,00€198,00€
Buchungsfaktor 6-7 Stunden133,00€208,00€
Buchungsfaktor 7-8 Stunden143,00€218,00€
Buchungsfaktor 8-9 Stunden153,00€derzeit kein Bedarf
Buchungsfaktor 9-10 Stunden163,00€derzeit kein Bedarf
Aktueller Stand 2020

Die Beiträge enthalten bereits Spiel- und Getränkegeld. Zusätzlich erheben wir noch einen Gemeinschaftsbeitrag von 2,- € pro Familie und Monat. Sie haben die Möglichkeit sich unter dem Jahr an verschiedenen Aktionen (St. Martin, Sommerfest, Gartenatkion, etc…) zu beteiligen. Die erbrachten Stunden werden Ihnen als Elternmitarbeit gut geschrieben. Je nach Anzahl der erbrachten Stunden erhalten Sie am Ende des Kitajahres den Gemeinschaftsbeitrag teilweise oder komplett zurück.


2. Ziele und Arbeitsweisen unserer Einrichtung

2.1 Unser Bild vom Kind

Wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen; so wie Gott Sie uns gab, so muss man sie haben und lieben.“

Johann Wolfgang von Goethe

Wir sehen das Kind in seiner Individualität und Einzigartigkeit als kompetenten Menschen an, der seine Entwicklung und sein Lernen aktiv mitgestaltet. Es kann sich ausprobieren, experimentieren, neugierig sein, Fragen stellen, Fehler machen, wütend oder traurig sein, sowie fröhlich oder ängstlich.

  • Kinder haben das Bedürfnis selbstständig zu handeln und als aktive Beobachter, Teilnehmer und Gestalter an der Welt teilzuhaben.
  • Sie lernen in sozialen Zusammenhängen und brauchen dafür unterschiedliche Interaktionspartner.
  • Kinder lernen durch aktives Spiel.
  • Die emotionale Sicherheit und Zuwendung bieten die Basis für kindliche Lernprozesse und die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.
  • Kinder erlernen demokratisches Bewusstsein durch Teilhabe und Aushandlung.
  • Kinder benötigen die Anerkennung ihrer Individualität durch andere.

2.2 Die Rolle des Erziehers/der Erzieherin

Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will.“

Francois Rabelais

Die Bedeutung des Spiels für die Entwicklung des Kindes kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Spielen und Lernen sind untrennbar miteinander verbunden.

Daraus ergibt sich die pädagogische Grundhaltung unserer täglichen Arbeit mit dem Kind. Das pädagogische Personal setzt den Bildungsauftrag um, indem es den Bedürfnissen der Kinder nach Bewegung, Fantasie, Kreativität und Wissen nachkommt.

In diesem Kontext übernehmen wir die Rolle des kompetenten Förderers, Beobachters und Begleiters für die uns anvertrauten Kinder. Durch Beobachtung und Dokumentationen sind wir in der Lage, jedes einzelne Kind kennenzulernen, gezielt zu fördern und individuelle Perspektiven für das Kind zu entwickeln. Es ist uns wichtig, die Kinder offen und flexibel in ihrer Entwicklung zu begleiten und auf ihre Lebenssituation einzugehen. Grundvoraussetzung dafür ist eine enge Erziehungspartnerschaft mit den Eltern.


2.3 Unsere Grundlage ein Kinderspiel!

Das Spiel ist der Weg der Kinder zur Erkenntnis der Welt, in der sie leben!“

Maxim Gorki

Wenn wir an die Kindheit denken, denken wir automatisch auch an Spiel. Manche Erwachsene schätzen Kinderspiele nicht sehr hoch ein. Die Lern- und Entwicklungspsychologie, die Soziologie, Anthropologie und die Philosophie – alle beschäftigen sich mit dem Spiel. Zusammen mit allen großen Pädagogen kommen sie auf das gleiche Ergebnis: Das Kind lernt durch das Spiel. Das Spiel ist für die Kinder der Weg mit der sehr komplexen Welt der Erwachsenen umzugehen. Dieses Wissen bildet die Grundlage für unsere pädagogische Arbeit. Ziel ist es, Spiel sinnvoll für die ganzheitliche Förderung der Kinder einzusetzen.


3. Unsere pädagogische Arbeit

In der Kita „Zur Heiligen Familie“ stützt sich die pädagogische Arbeit auf vier Säulen:

Jede Säule ist mit den Inhalten des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans gefüllt und hilft uns bei der Umsetzung unseres Bildungsauftrages.


3.1 Freispiel

Freispiel umschreibt die Zeit im Kindergarten, in der die Kinder selbst entscheiden, wo, mit wem, was und wie lange sie sich mit etwas beschäftigen möchten.

In der Freispielzeit können die Kinder in unserer Kita zwischen verschiedenen wechselnden Angeboten wählen. Es stehen mehrere Spielecken, Spielmaterialien und Spielpartner zur Verfügung. Wir laden die Kinder ein sich auszuprobieren, damit sie sich dabei selbst und ihre Umwelt entdecken und eigene Erfahrungen sammeln können. Die Kinder lernen in altersgemischten Gruppen voneinander und sind Akteure ihrer eigenen Entwicklung. Bei diesem Prozess werden die Kinder von den Erzieherinnen begleitet, beobachtet und unterstützt.


3.2 Teiloffene Arbeit

Das Freispiel und die teiloffene Arbeit gehen Hand in Hand. Damit unsere Kinder sich als Mitglied der Kindergartengruppe, aber auch als Teil des Kindergartens verstehen lernen, öffnen sich die Kindergartengruppen zu bestimmten Zeiten.

Die teiloffene Arbeit ermöglicht es, Kontakt zu den anderen Stammgruppen aufzunehmen, in dem sich die Kinder in den Gruppen besuchen und gruppenübergreifende Bereiche nutzen. Diese sind der Turnraum mit den Hengstenberg-Pikler-Materialien in der Bewegungsbaustelle und der Konstruktionsbereich im Glasgang. Zusätzlich können die Kinder beim gemeinsamen Frühstück im Bistro und in den kleinen Gärten Freunde aus den anderen Stammgruppen treffen. Die Ressourcen unserer Kita werden so für alle Menschen in unserer Einrichtung optimal nutzbar gemacht.


3.3 Projektarbeit

Projektarbeit ist das selbstständige Bearbeiten einer Aufgabe oder eines Problems durch eine Gruppe. Es ist eine Methode demokratischen und handlungsorientierten Lernens, bei der sich die Kinder einer Aufgabe widmen und in größtmöglicher Eigenverantwortung eine Lösung oder Wissen über das gewählte Thema sammeln. Am Ende steht ein Ergebnis, welches von der Gruppe ausgewertet und der Gesamtgruppe bzw. der Öffentlichkeit präsentiert wird. Dieser Form des Lernens liegt ein demokratisches Verständnis zugrunde und ermöglicht eine ganzheitliche Lernerfahrung.

Um ein Thema zu finden ist eine Beteiligung und Wahlmöglichkeit von grundlegender Bedeutung. Daher finden in unserer Kita Kinderkonferenzen statt, wo dies praktiziert wird (siehe Kinderkonferenzen).

Die Projekte werden von Kleingruppen oder auch von der Großgruppe erforscht und im gemeinsamen Monatsabschlusskreis präsentiert. Für alle (Eltern, Kinder, Mitarbeiter) sichtbar und nachvollziehbar finden sich die aktuellen Ergebnisse auf unserem „Jahreszeitentisch“ oder an den Pinnwänden der Gruppen.


3.4 Gezieltes Angebot

Gezielte Angebote sind Einheiten, die vom pädagogischen Personal geplant werden. Es wird dabei eine ganz bestimmte Kindergruppe (im gleichen Alter oder Kleingruppe) angesprochen. Gezielte Angebote finden zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort, für eine festgelegte Dauer statt. Grundsätzlich können alle Kompetenzbereiche auch im freien Spiel angesprochen werden. Durch geplante Angebote können wir jedoch gezielt auf das Lernen der Kinder Einfluss nehmen. Dies ist aus vielerlei Gründen sinnvoll. Je nach Art des Angebotes werden die verschiedenen Kompetenzbereiche der Kinder spielerisch gefördert.

Gezielte Angebote umfassen folgende Lernbereiche des Bildungs- und Erziehungsplans:

(Die Erläuterungen zu den Zielen und der Umsetzung finden Sie unter „3.4 Konkrete Umsetzung unserer Schwerpunkte und Ziele“.)

  • Bewegungserziehung (Sportstunden, Bewegungsbaustelle, Sparziergänge, spielen im Garten)
  • Gesundheitserziehung (Einüben von Körperpflege z.B. Hände waschen, gesundes Essen, Kennen des Körpers, Besuch des Zahnarztes)
  • Spracherziehung (Literacy, Geschichten, Lieder, Würzburger Sprachprogramm für Vorschulkinder)
  • Musikalische Erziehung (Lieder, Reime, Tänze)
  • Religiöse Bildung (Geschichten von Jesus, Gebete, Lieder, Vermittlung von Werten)
  • Medienpädagogik (Bücher, Dias betrachten, Fotos, Computerprojekt für Vorschulkinder, CD hören)
  • Kreative Beschäftigung (malen, basteln, schneiden, kleben)
  • Mathematische Bildung und Naturwissenschaft (Experimente, Spiele, zählen)
  • soziale Bildung (MUT-Projekt für die Vorschulkinder, Gespräche)

4. Pädagogische Zielsetzung und Umsetzung

4.1 Basiskompetenzen

Diese vier Säulen, die im Bildungs- und Erziehungsplan als Basiskompetenzen beschrieben sind, bilden die Grundlagen für unsere pädagogische Arbeit.

Diese Basiskompetenzen sind Fähigkeiten, die den Kindern helfen, sich in den verschiedensten Lebenssituationen zu Recht zu finden. Wir sehen das Kinder immer ganzheiltlich. Unsere Aufgabe ist es, die Kinder bei der Erweiterung dieser Kompetenzen zu unterstützen. Alle Bereiche sind miteinander und ineinander verbunden. Zum besseren Verständnis werden die vier Basiskompetenzen an Hand von Beispielen erklärt.


4.1.1 Personale Kompetenz

Selbstwahrnehmung:

Die Kinder bekommen die Möglichkeit, Stolz auf ihre Herkunft, Kultur, Leistungen und Fähigkeiten zu sein. Wichtig ist uns, dass es nicht nur ein Richtig oder Falsch gibt.

Motivationale Kompetenz:

Kinder sind Neuem gegenüber aufgeschlossen, wollen aber selbst bestimmen, wie und wann sie etwas tun. Dies erleben die Kinder bei uns während des Freispiels, der teiloffenen Arbeit und der Projektarbeit.

Kognitive Kompetenz:

Der Erwerb von Wissen und die Möglichkeit dieses zu erweitern. Dies wird den Kindern durch das reichhaltige Angebot an Räumen, Material und gezielten Beschäftigungen ermöglicht.

Physische Kompetenz:

Durch vielfältige Bewegungsangebote für die Fein- und Grobmotorik erweitern wir diese Kompetenz permanent. Weitere Erläuterungen zur Bewegungsförderung siehe unter 4.2.4.


4.1.2 Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext

Soziale Kompetenz:

Durch den ständigen Umgang mit Kindern in unserer Kita und dem gemeinsamen Tagesablauf finden die Kinder schnell Freunde, lernen Rücksicht zu nehmen und vielerlei Konflikte zu lösen. Die Pädagogen sind hier Vorbilder und Vertraute.

Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz:

Es ist unsere Aufgabe Kindern fundamentale Kenntnisse über die regionalen Werten und Traditionen zu vermitteln. Hierbei spielt unser katholisches Profil eine große Rolle.

Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme:

Die Kinder lernen Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und sich für ihr Verhalten verantwortlich zu fühlen. In unserer Kita hat jede Altersgruppe einen eigenen Blumennamen (Gänseblümchen, Löwenzähnchen, Pusteblumen). Diese symbolisieren das Wachsen über die Jahre innerhalb der Gemeinschaft. Mit zunehmenden Alter bekommen sie immer mehr Aufgaben übertragen z.B. Patenschaften zwischen neuen und älteren Kindern und Helferdienste für verschiedenen Gruppenbereiche.

Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe:

Unsere Kinder lernen ihre eigene Meinung zu entwickeln und zu vertreten, sowie andere Meinungen zu akzeptieren. Dies geschieht bei allen sozialen Interaktionen.


4.2.3 Resilienz

Widerstandsfähigkeit (Resilienz):

Die Kinder müssen im Kindergartenalltag mit Übergängen, Belastungen und Veränderungen umgehen. Dies ist eine gute Vorbereitung für die zukünftigen Anforderungen in der Schule und der Gesellschaft. Aus diesem Grund gestalten wir die Übergänge in unserer Kita möglichst sanft (vgl. 5.5.), nehmen die Ängste und Probleme der Kinder ernst und thematisieren diese und reagieren feinfühlig.


4.1.4 Lernmethodische Kompetenz

Lernen, wie man lernt:

Wir sprechen mit den Kindern darüber, was und wie sie gelernt haben und wecken so in ihnen die Aufmerksamkeit für bewusstes Lernen. Hierzu dient unter anderem auch die Portfolioarbeit. Mit dieser Methode können die Kinder ihre persönlichen Lernschritte nachvollziehen und bewusst reflektieren.


4.2 Konkrete Umsetzung unserer Schwerpunkte und Ziele

Die Umsetzung unserer Schwerpunkte und Ziele gilt für alle Altersgruppen in unserer Kita. Wie diese konkret umgesetzt werden, entscheidet das pädagogische Personal an Hand des Alters und des Entwicklungsstandes des Einzelnen, sowie den Bedürfnissen der Gruppe.

All diese Ziele werden in vielfältiger Weise während der Freispielzeit verfolgt. Das pädagogische Personal, als kompetenter Erziehungspartner, stellt entsprechend Freispielangebote zur Verfügung , bereitet die Umgebung vor und achtete auf angemessene Raumgestaltung, damit das kompetent Kind sich nach seiner individuellen sensiblen Lernphase entwickeln kann. (vgl. Bild vom Kind 2.1. Rolle des Erziehers 2.2.)

Diese Ziele werden zusätzlich in gezielten Angeboten umgesetzt, die wir Ihnen im folgenden erläutern.


4.2.1 Soziales Miteinander und MUT Projekt

Soziales Lernen geschieht bei allen zwischenmenschlichen Interaktionen, das heißt es findet permanent in unserem Kita-Alltag statt.

Hier einige Beispiele der Umsetzung:

  • klare Gruppenregeln
  • respektvoller Umgang miteinander
  • gegenseitiges Helfen

Für die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung (Pusteblumen) findet das MUT Projekt statt.

MUT Projekt:

M iteinander

U mgehen

T rainieren

Es geht um soziales Lernen und kooperative Konfliktbewältigung. Das Konzept wurde erst für die Grundschule entwickelt. 2000 von Astrid Herrmann und Renate Schäfer für das Vorschulalter weiterentwickelt. Ziel des Konzeptes ist es, ein Streithelfer-Modell zu vermitteln. Dazu gehört die Wahrnehmung (ich und du), verschiedene Handlungskompetenzen zu erfahren und spielerisch auszuprobieren.

In diesem Projekt können die Kinder ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten einüben und erweitern. Dadurch soll ihnen der Übertritt in die Grundschule erleichtert werden. Wir möchten die Kinder stärken, damit sie die Herausforderungen der neue Umgebung gut meistern können.

Umsetzung:
  • verschieden Spiele
  • Gesprächskreise ( eigene Erlebnisse berichten)
  • Bildnerisches Gestalten
  • Rollenspiele
  • Bilderbücher/ Geschichten

4.2.2 Natur und Umwelt

Wir möchten den Kinder die Schönheit und Vielfalt der Natur nahebringen und so Wertschätzung, Achtung und Respekt gegenüber der Natur vermitteln. Durch das Erkunden der heimischen Tier- und Pflanzenwelt werden Kinder an biologische Sachverhalte und ökologische Zusammenhänge herangeführt.

Es werden gemeinsam Ideen zum Thema Umweltschutz und Naturschutz gesammelt. Naturerlebnisse und Wissensvermittlung entstehen aus dem Lebensumfeld der Kinder.

Umsetzung:
  • Naturprojekte wie Exkursionen in den Botanischen Garten, Erforschen von Lebensräumen der kleinsten Lebewesen, Wasserspiele, Naturerfahrungsspiele, Waldtage für die Löwenzähnchen und Pusteblumen
  • Erleben der Jahreszeiten in Wald und Wiese
  • Praktische Tätigkeiten wie Säen, Keimung und Wachstum beobachten
  • Bastelarbeiten mit Naturmaterialien
  • Schmetterlingsaufzucht, Regenwürmerschaukasten, Wurzelschaukasten
  • Ökologische Zusammenhänge erleben wie, Verwandlung von der Kaulquappe zum Frosch und vom Ei zum Huhn
  • Tiergestützte Pädagogik in der Kita an ausgewählten, angekündigten Tagen kommt der Kita-Hund „Mim“ zu Besuch

Das ausführliche Konzept zur tiergestützten Pädagogik in der Kita „Zur Heiligen Familie“ können Sie in der Kita einsehen.


4.2.3 Naturwissenschaft und Technik

Unser Ziel ist es, den Kinder mit naturwissenschaftlichen/technischen Aktivitäten Erfahrungswerte und physikalische Gesetzmäßigkeiten zu vermitteln. Die Inhalte der Experimente ergeben sich aus dem Alltagserleben und den Interessen der Kinder.

Umsetzung:
  • Forschungsprozesse werden angeregt: Beobachten – Erfahren – Fragestellung
  • Naturwissenschaftliche Hintergründe werden aufgezeigt
  • Forschergruppe am Nachmittag für Löwenzähnchen und Pusteblumen
  • Experimente mit verschiedenen Materialien
  • ausgewählte Spielmaterialien z.B. Magnetspiele und Konstruktionsmaterialien

4.2.4 Bewegungsförderung

Kinder wollen spielen und sich bewegen und fordern damit ein, was sie sowohl für ihre gesunde körperliche und kognitive Entwicklung als auch für ihre psychosoziale Orientierung brauchen.

Bewegung ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, in Verbindung mit dem inneren Erleben, dem Material und dem Partner. Dies geschieht mit allen Sinnen.

Die Motorik des Menschen besteht aus vielen Bausteinen: Grobmotorik, Feinmotorik, Gleichgewicht, Entspannung, Wahrnehmung, Krafteinsatz, Reaktion, Ausdauer, Koordination, u.v.m. Darum bieten wir unser Kita vielfältige Bewegungsmöglichkeiten an.

Umsetzung:
  • Teilnahme am Projekt „Wir bewegen Kitas“
  • Einsatz der Hengestenberg-Pikler-Materialien in der Bewegungsbaustelle für alle Altersgruppen
  • tägliche Bewegung im Garten
  • Bewegungsmöglichkeiten im Hausgang (bei schlechtem Wetter)
  • offene (Bewegungsbaustelle) und gezielte Angebote in der Turnhalle
  • Bewegungsspiele
  • Walderlebnistage
  • Fußballwiese
  • verschiedene Turn- und Spielgeräte im Garten wie z.B. Rutsche, Kletterbogen, Nestschaukel, verschiedene Kinderfahrzeuge usw.
  • in den Gruppenraum integrierte Bewegungselemente im Kleinkindbereich

4.2.5 Sprachförderung und „Hören, Lauschen, Lernen“

Die Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Ohne sie bleibt uns der Kontakt zur Welt und zu anderen verschlossen. Mit Hilfe der Sprache können Kinder und Erwachsene ihre Wünsche, Ideen, Befindlichkeiten, Wahrnehmungen und Gefühle formulieren und anderen Menschen verständlich machen. Eine gute Sprachfähigkeit ist also die Voraussetzung für die individuelle Selbstverwirklichung, Bildung und aktive Teilhabe an der Gesellschaft. Darum ist uns die Sprachförderung besonders wichtig.

Umsetzung:
  • sprachliche Begleitung der alltäglichen Tätigkeiten, besonders im Kleinkindbereich
  • Rollenspiele in den verschiedenen Spielbereichen
  • tägliche Erzählrunden und Gespräche im Morgenkreis und bei den Mahlzeiten
  • ausgewählte Spiele zur Sprachförderung
  • Bilderbuch- / Leseecken mit ausgewählten Büchern
  • Förderung von Dialogen, Wortschatz und Spontansprache durch Gespräche
  • Lieder und Bewegungsspiele, Gedichte, Reime, Rätsel, Fingerspiele
  • Vorkurs Deutsch 240 (siehe 9.2)
  • Phonologische Bewusstheit
  • gemeinsame Projekte fördern Kommunikation und Sprache z.B. Bewegungsbaustelle, Projektgruppen, usw.

Für die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung (Pusteblumen) findet das Programm „Hören, Lauschen, Lernen“ für die Phonologische Bewusstheit statt.

Das Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache wurde von Petra Küspert und Wolfgang Schneider entwickelt und ist von Grundschulen sowie der Stadt Würzburg empfohlen.

Phonologische Bewusstheit ist die Fähigkeit, neben dem Inhalt der Sprache auch die Strukturen zu erkennen.

Dies ist die Basis für den späteren Erwerb der Lese- und Rechtschreibfähigkeit. Darum erhalten unsere Vorschulkinder eine gezielte Förderung auf Grundlage des oben genannten Trainigsprogrammes. Wir möchten dadurch den Kindern den nachfolgenden Schriftspracherwerb in der Schule erleichtern.

Durch vielfältige Übungen lernen die Vorschulkinder die lautliche Struktur der gesprochenen Sprache zu erkennen. Das Programm beginnt mit Lauschspielen zum Üben des genauen Hin-Hörens, fährt fort mit Reimübungen und führt dann die Einheiten Satz, Wort und Silbe ein. Schließlich werden der Anlaut und einzelne Laute im Wort bewusst gemacht. Das Trainingsprogramm umfasst einen Zeitraum von 20 Wochen und wird täglich in Einheiten von 10 Minuten in Kleingruppen durchgeführt. Das Programm startet in unserer Kita in der Regel im Januar. Zuvor erhalten diese Familien eine ausführliche Information.


4.2.6 Kreativität und künstlerisches Gestalten

Kreativität bedeutet etwas zu schaffen, zu gestalten, zu erfinden um sich selbst und seine Emotionen auszudrücken. Im künstlerischen Tun schulen und schärfen die Kinder ihren Blick für unterschiedliche und ungewöhnliche Materialien. Sie entwickeln Selbstvertrauen und eigene Ideen.

Umsetzung:
  • verschiedenen Arbeitsmaterialien wie Knete, Papier, Kleber, Kreide usw. stehen den Kindern zur Verfügung
  • Umgang mit „wertlosen“ Materialien wird ermöglicht (Kartons, Wolle, Stoff usw.)
  • verschiedene Arbeitstechniken werden angeleitet und ausprobiert (knüllen, reißen, falten, usw.)

4.2.7 Mathematische Bildung

Die Kinder haben ein natürliches Interesse an Zahlen und Mengen. Dieses möchten wir spielerisch weiter entwickeln. Die mathematische Bildung fließt ganz natürlich in den Alltag mit ein z.B. im Morgenkreis, beim Experimentieren, beim Tisch decken und bei Bewegungsspielen. Ergänzend zu dieser alltäglichen Mathematik findet am Nachmittag für die Löwenzähnchen und Pusteblumen ein mathematisches Projekt statt. Dies orientiert sich an den Inhalten vom „Zahlenland“.

Umsetzung:
  • Spielmaterialien zu den Zahlenreihen
  • Montessorimaterialien zum Vergleichen und Ordnen von Formen und Größen
  • Schüttspiele für den Umgang mit Volumen und Gewicht
  • klarer Tagesablauf um zeitliche Dimensionen erkennen zu können
  • Bewegungsangebote zur Förderung der Raumwahrnehmung

4.2.8 Musikalische Bildung

Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist zu schweigen.“

Victor Hugo

Unser Ziel ist es bei den Kinder die natürliche Freude und Neugier an der Musik zu erhalten. Sie können in der Kita gemeinsam singen und musizieren. Musik drückt Emotionen aus und fördert gleichzeitig die Sprache und das Rhythmusgefühl.

Umsetzung:
  • Rhythmische Sprechstücke
  • tägliches Singen im Morgenkreis
  • Begleiten von Liedern mit Orff-Instrumenten
  • Klanggeschichten
  • Bewegungslieder
  • Tanzen und Bewegung mit Musik
  • Kennenlernen verschiedener Musikrichtungen (Klassik, Pop, Volkslieder, usw.)
  • Liedgestaltung bei Festen

4.2.9 Gesundheitserziehung

Gesundheitserziehung bedeutet für uns achtsam mit Körper und Seele umzugehen. Die Kinder sollen die Bedürfnisse ihres eigenen Körpers wahrnehmen (Hunger, Durst, An- und Entspannung, Ruhe- und Bewegungsphase) und befriedigen. Zur Achtsamkeit zählen auch die Körperhygiene sowie die gesunde Ernährung. Grundsätzlich sollen die Kinder die Möglichkeit haben, verschiedenste Lebensmittel kennen zu lernen und zu verarbeiten.

Umsetzung:
  • regelmäßige Bewegung (Garten, Henstenberg-Pikler-Materialien, Bewegungsraum, Spaziergänge)
  • Spiel zur Körperwahrnehmung
  • Gespräche über Körperhygiene (Hände waschen, Nase putzen, wettergerechte Kleidung)
  • Wissen über den Körper vermitteln (Körperteile und Funktionen)
  • gemeinsame Zubereitung von Speisen
  • Schulobst Programm: Früchte- und Gemüsesnacks zum Frühstück in den Gruppen
  • Projekte und Aktionen wie Zahnarztbesuch, Teddyklinik, Erste-Hilfe-Kurs

4.2.10 Medienerziehung und Medienprojekt

Heute sind die Medien aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Von Beginn an kommen die Kinder damit in Kontakt. Unser Ziel ist es Kindern verschiedene Medien in der Gruppen erlebbar zu machen und produktiv und kreativ einzusetzen.

Umsetzung:
  • Kennenlernen von verschiedenen Medien (z.B. Bilderbücher, Kamishibai, ausgewählte Filme, Dias)
  • Umgang mit technischen Medien (Kassettenrecorder, Computer, Kinderfotoapparat)
  • Gespräche über Medien

Für die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung (Pusteblumen) findet das Medienprojekt statt. Während des Projekts erarbeiten die Kinder ein interaktives Bilderbuch mit dem Thema: Übergang von der Kita zur Schule – Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Dieses darf jedes Kind in Form einer CD mit nach Hause nehmen.

Ziele des Projekts:
  • Kennenlernen und Benutzen einer „kindgerechten“ Digitalkamera
  • Überspielen der Bilder auf den Computer und betrachten sowie auswählen der Bilder
  • sich selbst in einem Video oder Audio vorstellen
  • bewusstes Wahrnehmen der Kita mit allen Funktionsbereichen, z. B. Gruppenraum, Bistro, …
  • Besuch der Steinbachtalschule, bewusstes Wahrnehmen und Fotografieren der verschiedenen Räume
  • erarbeiten der Gemeinsamkeiten, sowie der Unterschiede zwischen Schule und Kita
  • Erleichterung des Übergangs zwischen Kita und Schule
  • kreativer und konstruktiver Umgang mit den Medien Fotokamera und Computer
  • verantwortliches Arbeiten, in dem entsprechenden Bereich
  • Präsentation am Ende des Projekts für die Eltern
  • digitales Experimentieren mit Fotos

4.2.11 Religiöse Bildung

Der Grundgedanke der religiösen Bildung ist die Vermittlung der christlichen Werte. Wie in unserem Leitbild dargestellt sehen wir uns als aktiver Teil der Pfarrgemeinde (vgl. 1.3). Im Umgang miteinander werden christliche Grundhaltung und Rituale gelebt. Dafür erbitten wir den Respekt, den wir allen anderen Religions- und Glaubensgemeinschaften entgegenbringen.

Umsetzung:
  • Feste und Feiern im religiösen Jahreskreis
  • Gottesdienste zusammen mit der Pfarrgemeinde
  • gemeinsames Beten
  • ganzheitliche Vermittlung von biblische Erzählungen und Heiligengeschichten
  • altersgerechte Umsetzung der sozialen Werte (z.B. teilen bei der Martinsspende)
  • Philosophieren mit Kindern

4.2.12 Feste und Feiern im Jahreskreis

Feste und Rituale im Jahreskreis geben den Kindern Orientierung und Sicherheit. Aber sie stellen auch immer eine besonderes Erlebnis dar. Wir feiern die Feste nicht nur um die Gemeinschaft zu pflegen, sondern vermitteln dadurch auch viele Ziel.

So vermitteln wir auch den christlichen Hintergrund bei Ostern und Weihnachten.

So steht bei der Geburtstagsfeier die Wertschätzung der Kinder im Vordergrund.

So geht es beim Erntedankfest um den Respekt vor der Schöpfung.

So wird beim Sommerfest, das zusammen mit der Pfarrgemeinde gefeiert wird, gemeinsam etwas einstudiert.

So werden auch gesellschaftliche Feste wie Fasching gefeiert, um Traditionen aufrecht zu erhalten.

So werden bei den Heiligenfesten wie St. Martin und Nikolaus an deren guten Taten erinnert und dienen uns als Vorbild.

So steht bei der Mutter- und Vatertagsfeier die Wertschätzung der Eltern im Vordergrund.

So wird auch eine Willkommens- und Verabschiedungskultur gepflegt. Neue Mitglieder kennenlernen und in die Gemeinschaft aufnehmen. Mitglieder, die die Gemeinschaft verlassen gebührend verabschieden, um so einen guten Neuanfang zu ermöglichen.


5. Das pädagogische Angebot unserer Kita

5.1 Mitbestimmung – Partizipation

In Deutschland leben wir in einer Demokratie. Mit allen Rechten und Pflichten nehmen wir einen Platz in unserer Gesellschaft ein.

Vom Kleinen zum Großen – Für unsere Kinder wird diese Grundhaltung in unserer Kita spürbar. Klare Regeln, zuverlässige Absprachen und klare, liebevolle Konsequenzen geben den Kindern Sicherheit und Vertrauen in das System. Besonders wichtig ist uns, dass die Kinder erfahren, dass sie nicht ausgeliefert sind. Jedes Kind hat Rechte und kann diese einfordern. Daher finden in unserer Einrichtung viele Gespräche in Klein- und Großgruppen, sowie Kinderkonferenzen statt.

Kinderkonferenzen:

In den gemeinsamen Kinderkonferenzen können die Kinder Einfluss nehmen auf Entscheidungen und Themen für die gemeinsamen Projekte. Auch Kritik und Ärger haben hier Platz. Die Konferenzen der Kinder werden von einem Erwachsenen geleitet und protokolliert, damit die Gesprächsregeln eingehalten und die Ergebnisse festgehalten werden können.

In der Kinderkonferenz üben die Kinder:

  • einander zuhören können
  • miteinander diskutieren
  • Ideen und Wünsche konkret ausdrücken lernen
  • Entscheidungen akzeptieren lernen, gemeinsam tragen
  • Gemeinsame Regeln erarbeiten, um sich besser daran orientieren zu können
  • Einsicht, dass besprochene Regeln eingehalten werden müssen, damit viele Menschen gut zusammenleben können
  • Entwicklung eines Wir-Gefühls

5.2 Beobachtung und Dokumentation

Beobachte! Lerne dein Kind kennen! Wenn du wirklich bemerkst, was es nötig hat, wenn du fühlst, was es tatsächlich kränkt, was es braucht, dann wirst du es auch richtig behandeln, wirst du es richtig lenken, erziehen.“

Emmi Pikler (1902-1984)

In allen Gruppen führen wir Beobachtungen durch. Die spontane Beobachtung während der freien Spielzeit ist genauso Bestandteil wie der gezielte Einsatz von Beobachtungsbögen. Neben den diesen Beobachtungen finden im Januar unsere „Beobachtungswochen“ statt. Die Beobachtungen dienen zur Feststellung der Interessen der Kinder. Diese haben direkte Auswirkung auf die Planung von Angeboten und Raumgestaltung. Außerdem bilden die Beobachtungen die Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern und der Feststellung von nötigen Fördermaßnahmen für das Kind. Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.


5.3 Gestaltung des Tagesablaufs

Tagesablauf im Kleinkindbereich:
7.00 Uhr – 8.00 UhrFrühdienst in der Käfergruppe für alle Kinder der Einrichtung
8.00 Uhr – 9.00 UhrAnkommen in der eignen Gruppe
9:00 Uhr – 9:20 UhrMorgenkreis in der Gruppe: Begrüßungslied
Wahrnehmen der Gruppe (Wer ist da?)
Spiel, Lied, Fingerspiel…
oder gemeinsamer Morgenkreis in der Turnhalle zu aktuellen Themen
9:20 Uhr – 9:45 UhrGemeinsames Frühstück
9:45 Uhr – 11:00 UhrFreie Spielzeit: Bewegungsangebote, kreative Angebote, musikalische Angebote, Gartenzeit, Körperpflege (Wickeln nach individuellen Bedürfnissen), gezielte Förderung
11:00 Uhr – 11:30 UhrGemeinsames Mittagessen
11:30 Uhr – 11:45 UhrVorbereiten für den Mittagsschlaf (individuell, Kinder müssen nicht schlafen)
11:45 Uhr – 12:00 UhrDie Türe ist zum Abholen geöffnet
12:00 Uhr – 12:45 UhrMittagsschlaf
Ab 13:00 UhrDie Kinder können durchgängig abgeholt werden Die ersten Kinder beenden ihren Mittagsschlaf
Ab 14:00 UhrKleiner Nachmittagsimbiss
14:15 Uhr – 15:00 UhrFreie Spielzeit zusammen mit der Spatzennestgruppe

Tagesablauf im Ü3-Bereich:
7.00 Uhr – 8.00 UhrFrühdienst in der Käfergruppe für alle Kinder der Einrichtung
8.00 Uhr – 9.00 UhrAnkommen in der eigenen Gruppe
9:00 Uhr – 9:30 UhrMorgenkreis in der Gruppe:
Wir entzünden die Jesukerze
Gemeinsames Morgenlob,
Wir singen ein Lied
Wir besprechen die Besonderheiten des Tages (z.B. Bastelangebot, Turnen, Besuch, Geburtstag…)
Einteilung der Funktionsbereiche (Wer möchte wo spielen?)
oder gemeinsamer Morgenkreis in der Turnhalle zu aktuellen Themen
9:30 Uhr – 9:45 UhrFrühstück gemeinsam in den Gruppen oder während der Freien Spielzeit
9:45 Uhr – 11:00 UhrFreie Spielzeit: gleitendes Frühstück (gruppenübergreifend im Bistro), Bewegungsangebote, kreative Angebote, musikalische Angebote, gezielte Förderung
11:00 Uhr – 11:45 UhrGartenzeit
11:45 Uhr – 12:00 UhrDie Türe ist zum Abholen geöffnet
12:00 Uhr – 12:45 UhrMittagessen (kalt oder warm)
12:45 Uhr – 13:00 UhrDie Türe ist zum Abholen geöffnet
13:00 Uhr – 13:45 UhrFreie Spielzeit in der Gruppe
13:45 Uhr – 14:00 UhrDie Türe ist zum Abholen geöffnet
14:00 Uhr – 14:45 UhrWorkshop oder Gartenzeit
Ab 14:45 UhrDie Türe ist ab diesem Zeitpunkt durchgängig geöffnet
Ab 15:00 UhrGemeinsamer Spätdienst im Ü3-Bereich
16:30 UhrEnde der Kita (freitags um 14:30 Uhr)

5.4 Gesichtspunkte zu den einzelnen Altersstufen

Kinder von 1 bis 3 Jahren: Käfer

Kinder unter 3 Jahren haben andere Bedürfnisse als unsere „Großen“. Für die Kinder der Kleinkindgruppe ist die Stammgruppe von sehr großer Bedeutung. Kleinkinder sind grundsätzlich auf eine sichere und zuverlässige Bindung angewiesen. Diese können sie in einer altersgerechten verlässlichen Gruppenstruktur leicht aufbauen. Die Möglichkeit zwischen Räumen und Bezugspersonen frei zu wählen stellt für diese Altersgruppe oftmals eine Überforderung dar. Aber auch die „Kleinen“ gehören in unserer Kita dazu. Behutsam nehmen wir mit den Kindern immer wieder an gemeinsamen Aktionen wie z.B. dem Morgenkreis, Festen wie Ostern oder Weihnachten und Feiern teil. Auch während der Freispielzeit bahnen wir Kontaktpunkte an. Diese bewusst gesteuerten Momente unterstützen maßgeblich den Prozess des sanften Übergangs. Sind unsere Käfer groß genug, „fliegen“ sie in den Kindergarten.

Kinder von 2,5 bis 4 Jahren: Spatzen

Ein besonderes Nest finden die Kinder in unserer Übergangsgruppe. Diese wurde 2015 neugestaltet. Mit dieser Gruppe ist es uns möglich den Bedürfnissen der Kinder von 2- 4 Jahren zu entsprechen. Diese unterscheiden sich nur geringfügig von denen der Kleinkinder ab einem Jahr. Mit unserer Nestgruppe bieten wir den Kindern die Möglichkeit für einen sanften Einstieg in den Kindergarten. Die Kinder wachsen in den Kindergartenalltag hinein.

Kinder von 3 bis 4 Jahren: Gänseblümchen

Die Gänseblümchen sind die Kinder von drei bis vier Jahren. Man findet sie im Spatzennest und in den Kindergartengruppen. Diese Zeit steht ganz im Zeichen des „Wachsens“. Sie entdecken noch vorsichtig ihr Umfeld. Viele neue Eindrücke kommen auf die Kinder zu. Im Vordergrund steht das Kennenlernen der neuen Gruppe und den eigenen Platz finden. Bei diesem Prozess machen wir uns gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind auf den Weg.

Kinder von 4 bis 5 Jahren: Löwenzähnchen

Die Kinder im Alter von 4-5 Jahren sind in unserer Kita die Löwenzähnchen. Sie kennen sich im Kindergarten schon aus, wissen wo etwas zu finden ist, sind mit den Regeln vertraut und kennen Räumlichkeiten und Spielmöglichkeiten. Sie sind nicht mehr klein aber auch noch nicht groß. Sie können den kleinen Gänseblümchen Hilfestellung geben, erleben aber auch, dass schon mehr von ihnen erwartet wird. Um diese Kinder in Ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu stärken finden immer wieder altersentsprechende Angebote für unsere Löwenzähnchen statt.

Vorschulkinder: Pusteblumen

Die „Großen“ in unserer Kita nehmen einen besonderen Stellenwert ein. Das letzte Jahr ist für jedes Kind etwas ganz Besonderes. Mindestens zwei Jahre Kindergartenerfahrung machen die Pusteblumen sehr selbstbewusst. Sie fühlen sich als Gruppenführer und werden von der restlichen Gruppe auch als solche anerkannt. Das Verhalten der Vorschulkinder hat großen Vorbildcharakter. Zu Beginn ihres letzten Jahres im Kindergarten machen wir den Kindern bewusst, dass sie eine besondere Position in der Gruppe haben. Diese Zeit ist durch viele besondere Aktionen geprägt. Ab Januar beginnen wir mit dem Training zu Sprachförderung „Hören, lauschen, lernen’“. Während des ganzen Jahres gibt es Angebote, die nur von den Vorschulkindern wahrgenommen werden dürfen. Dabei kann es sich um eine spezielle Bastelarbeit, musikalische Früherziehung oder einen anderen Bereich der gezielten Angebote und besondere Projekte handeln. Ein Besuch in der Steinbachtalschule gehört ebenso zu den Aktionen, wie ein Vorschulausflug und die Übernachtung im Kindergarten.


5.5 Übergänge in der Einrichtung

Wenn die Kinder aus der Käfergruppe oder dem Spatzennest in eine Kindergartengruppe wechseln wird der Übergang von einer bekannten Bezugsperson angebahnt und begleitet. Ziel ist es einen positiven Start in der neuen Gruppe zu ermöglichen. Wir nutzen die Zeit vor dem geplanten Wechsel, um Ihr Kind darauf vorzubereiten. Durch das „Schnuppern“ im Kindergarten lernt es Abläufe, Kinder und Gruppenpersonal kennen. Wie bei der ersten Eingewöhnung werden diese Besuche eine langsame Steigerung erfahren und zu Beginn noch von einer bekannten Bezugsperson begleitet. In der folgenden Tabelle sehen Sie ein Beispiel für die Vorbereitung des schrittweisen Übergangs:

1.Schritt: 10:00 – 11:00 Uhr Freispiel: An einem Tag in der Woche besucht das Kind nach dem Frühstück die Kindergartengruppe. Zum Mittagessen geht es zurück in seine Gruppe.

2.Schritt: 9:00 – 11:00 Uhr Frühstück und Freispiel: An einem Tag in der Woche besucht das Kind die Kindergartengruppe und nimmt dort bereits am Frühstück teil. Zum Mittagessen kommt es zurück in seine Gruppe.

3.Schritt: 9:00 – 13:00 Uhr Frühstück, Freispiel und Mittagessen: An einem Tag oder mehreren Tagen in der Woche besucht das Kind die Kindergartengruppe und nimmt dort am Frühstück und am Mittagessen teil. Um 13 Uhr kommt es zurück in seine Gruppe.


6. Elternarbeit

Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.“

Augustinus Aurelius (Krichenvater und Heiliger 354-430)

6.1 Erziehungspartnerschaft

Bis zum Eintritt in unsere Kita wird das Kind in der Regel in der Familie umsorgt, beschützt und begleitet. Niemand kennt das Kind besser, weiß mehr von seinen Bedürfnissen, Wünschen und seinem Wesen. Daher sind für uns die Eltern die ersten und wichtigsten Ansprechpartner. Für einen positiven Kindergartenstart sind wir auf das Vertrauen, das Wohlwollen und die Unterstützung der Eltern angewiesen. Wir sehen die Eltern als Partner in der Erziehung und Begleitung der Kinder.

Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern der uns anvertrauten Kinder ist uns sehr wichtig. Um ganz individuell auf die Kinder eingehen zu können und kompetente Bezugspersonen für alle Familienmitglieder zu sein bieten wir:

  • Ausführliche Aufnahmegespräche
  • Eine individuelle Eingewöhnungszeit
  • Entwicklungsgespräche und Elternabende
  • Informationen und Austausch über die Entwicklungsfragen und Erziehung
  • Die Berücksichtigung elterlicher Interessen
  • Möglichkeit zum täglichen Austausch zu Beginn und zum Abschluss des Kindergartentages
  • Elternumfrage

6.2 Übergang Elternhaus – Kita

Die Eingewöhnung der Kinder gestaltet sich in unserer Kita je nach Alter und Vorerfahrung der Kinder.

Grundsätzlich findet für die Kinder in der Käfergruppe und der Spatzennestgruppe eine Eingewöhnung in Anlehnung an das Berliner Modell statt. Was bedeutet das für Sie? Hier ist eine Auflistung:

  • Zeit

Die Eingewöhnung lässt sich nicht erzwingen. Individuell kann dies 2-4 Wochen dauern.

  • Sicherheit

Damit die Eingewöhnung Ihres Kindes gelingt, ist das „innere Einverständnis“ der Bezugsperson dringend notwendig. Ohne Ihre Bereitschaft, Ihr Kind außer Haus betreuen zu lassen, wird die Eingewöhnung erschwert oder sogar unmöglich.

  • Ruhe

Während der Eingewöhnung begleiten Sie Ihr Kind durch den Kindergartenalltag und die Räumlichkeiten. Für alle anderen Kinder sind Sie eine neue, unbekannte Person. Bewegen Sie sich mit Ruhe und Bedacht, damit keine unnötige Unruhe und Hektik entsteht.

  • Stärke

Während der Eingewöhnung lernt Ihr Kind, Abschied nehmen“. Das ist für beide Seiten nicht leicht und oft mit Tränen verbunden. Geben Sie Ihrem Kind Sicherheit indem Sie sich liebevoll aber klar verabschieden.

  • Offenheit

Bestimmt kommt es für Sie während der Eingewöhnung zu unklaren Situationen und Sie sind unsicher wie Sie sich verhalten sollen. Sprechen Sie uns offen darauf an. So können wir frühzeitig Tipps geben und unnötiges „Bauchweh“ vermeiden.

Der Verlauf:

Die Eingewöhnung erfolgt in Anlehnung an das „Berliner Modell“. Zu Beginn steht eine dreitägige Grundphase. Während dieser Zeit halten Sie sich zusammen mit Ihrem Kind 1-2 Stunden in der Einrichtung auf. Während dieser Zeit sind Sie der „sichere Hafen“ für Ihr Kind. Die Erzieher versuchen in diesen 3 Tagen ohne Druck Kontakt zu Ihrem Kind aufzubauen. Am vierten Tag kann dann der erste Trennungsversuch stattfinden. Dabei verabschieden Sie sich nach einigen Minuten nach der Ankunft im Gruppenraum von Ihrem Kind und übergeben es einer Erzieherin. Sie verlassen den Raum, bleiben aber in der Einrichtung. Anhand des Verhaltens, das Ihr Kind in dieser Trennungssituation zeigt, kann eine vorläufige Entscheidung darüber getroffen werden, wie lange die Eingewöhnung dauern sollte. Grundsätzlich kann dieser Prozess zwischen 2 – 4 Wochen dauern. Dies sollte unbedingt von den Eltern in Ihrer Planung berücksichtigt werden.

Auch für den Kindergartenbereich streben wir eine individuelle und sanfte Eingewöhnung an. Die Eltern dürfen die ersten Tage ihr Kind in unsere Kita begleiten.

Schon vor dem Start haben alle neuen Kinder die Möglichkeit an „Schnuppertagen“ unsere Kita zu besuchen.


6.3 Zusammenarbeit mit der Elternvertretung

Der Elternbeirat wird jedes Jahr im September gewählt. Er soll die Zusammenarbeit zwischen dem Träger, der Einrichtung und den Eltern fördern. Er ist Vermittler zwischen Eltern, Träger und dem pädagogischen Personal. Der Elternbeirat ist kein beschließendes Organ. Er hat die Aufgabe zu beraten und muss bei bestimmten Angelegenheiten gehört werden. Die Empfehlungen und Vorschläge des Elternbeirates sind jedoch nicht bindend.


6.4 Der Elternbeirat in unserer Kita

Der Elternbeirat in unserer Kita übernimmt vielfältige Aufgaben. Feste und Feiern im Jahreskreis wie z.B. das Erntedankfest, St. Martin, Familienausflug, Sommerfest usw. werden zusammen mit dem Team geplant und durchgeführt. Der Elternbeirat trifft sich ca. drei bis vier Mal im Jahr zu einer offiziellen Elternbeiratssitzung, zu der Vertreter des Kindergartenteam und der Träger der Einrichtung eingeladen sind. Die Inhalte dieser Sitzung werden in einem Protokoll festgehalten. Dieses kann im Eingangsbereich der Kita eingesehen werden. Wenn besondere Aktionen und Aufgaben anstehen, trifft sich der Elternbeirat zu informellen Sitzungen privat oder in den Räumen des Kindergartens. Durch eine offene und engagierte Zusammenarbeit zwischen Elternbeirat und Kita lässt sich die Arbeit für die Kinder gewinnbringend gestalten.


7. Beschwerdemanagement in der Kita

Uns ist eine beschwerdefreundliche Haltung wichtig. Das bedeutet, dass Ideen, Anregungen, Kritik und Beschwerden als hilfreich und für eine positive Entwicklung des Kindergartens betrachtet werden. Mit Beschwerden aller Art gehen wir vertrauensvoll um.


7.1 Beschwerdemanagement mit Kindern/durch Kinder

Ein vertrauensvoller Umgang ist uns wichtig, damit sich die Kinder in ihrer Individualität geborgen fühlen und so den Kindergartenalltag mitgestalten können.

Dies geschieht zum Beispiel durch:

  • Persönliche Gespräche zwischen Kind/Kindern und Erziehern (Konflikte, Sorgen, Ängste),
  • durch den täglichen Morgenkreis,
  • durch Kinderkonferenzen

7.2 Beschwerdemanagement mit/durch Eltern

Uns ist die Offenheit und Akzeptanz in der Elternarbeit wichtig, um auch in Zukunft Hand in Hand zum Wohle des Kindes zusammenzuarbeiten. So wollen wir mit

  • Freundlichkeit und Fachkompetenz
  • jährliche Elternumfrage
  • durch regelmäßige Tür- und Angelgespräche
  • Elterngespräche

zur Zufriedenheit der Familien beitragen, um so die best möglichste Entwicklung eines jeden Kindes zu erreichen.

Die Eltern haben die Möglichkeit, sich mit Beschwerden an die Gruppenleitung, die Leitung des Kindergartens und den Träger zu wenden. Der Elternbeirat ist ein Bindeglied zwischen Eltern und Team und kann jederzeit angesprochen werden.

Ein Kummerkasten steht zur Verfügung, falls Eltern eine Beschwerde lieber anonym an die Kindergartenleitung, den Elternbeirat oder die Trägerschaft weiterleiten möchten.


7.3 Beschwerdemanagement mit dem/durch das Team

Die Zusammenarbeit und ein ehrlicher Umgang miteinander sind uns wichtig, um uns nach außen fachlich kompetent präsentieren.

Dies geschieht durch:

  • regelmäßige Teamgespräche und Gruppenteams, bei denen die pädagogische Arbeit miteinander reflektiert und geplant wird
  • gemeinsame Teamtage, Planungstage, Betriebsausflug
  • die gezielte Auswahl des Personals (erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, Probearbeiten etc.)
  • jährliche Personalgespräche mit der Leitung

8. Schutzauftrag gemäß § 8a SGB VIII

Die Aufgabe unserer Einrichtung ist es auch, die Kinder davor zu bewahren, dass sie in ihrer Entwicklung durch den Missbrauch elterlicher Rechte oder durch Vernachlässigung Schaden erleiden. Die Kinder sind vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen.

So wird in unserer Einrichtung nur Personal beschäftigt, das ein Erweitertes Führungszeugnis nach § 30a BZRG vorweisen kann. Ebenfalls wird eine persönliche Eignung der Beschäftigten sichergestellt.

Um die Kinder in unserer Einrichtung vor Gefahren zu bewahren, müssen wir als Fachkräfte ganz bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten der Kinder stärken bzw. entwickeln. Für uns ist natürlich an erster Stelle der Respekt gegenüber den uns anvertrauten Kindern wichtig sowie Zuwendung und Vertrauen in die eigenen Gefühle.

Durch die Erziehung zur Selbstsicherheit und Selbständigkeit wollen wir erreichen, dass sich die Kinder in schwierigen Situationen richtig verhalten.

Als Hilfe bieten wir den Kindern in offenen Gesprächen bestimmte Handlungsstrategien zu folgenden Themenbereichen an:

  • Dein Körper gehört dir!
  • Vertraue deinem Gefühl!
  • Du hast ein Recht, NEIN zu sagen!
  • Du hast ein Recht auf Hilfe!
  • Keiner darf dir Angst machen!
  • Unheimliche Geheimnisse darfst Du weitererzählen!

Sollten wir gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohles eines Kindes beobachten, dann werden wir unsere Beobachtungen dokumentieren und inhaltlich nach der Umsetzung des Schutzauftrags gemäß § 8a SGB VIII vorgehen, was bedeutet, dass in einem ersten Schritt eine gemeinsame Einschätzung des Gefährdungsrisikos vorgenommen wird.


8.1 Umgang mit konkreter Gefährdung des Kindeswohls

Auf der Grundlage des o.g. Gesetzes in Verbindung mit dem Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) hat die jeweils zuständige Behörde der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt) mit jedem ihrer Kita-Träger eine schriftliche „Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII“ abgeschlossen. Demzufolge ist das Fachpersonal von Kindertagesstätten dazu verpflichtet, Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung aufmerksam wahrzunehmen und – unter Hinzuziehung einer erfahrenen Fachkraft – das Gefährdungsrisiko einzuschätzen, z.B. bei körperlicher und seelischer Vernachlässigung, seelischer und/oder körperlicher Misshandlung, sexueller Gewalt.

Das Fachpersonal wirkt bei den Personensorgeberechtigten darauf hin, dass Maßnahmen zur Abwendung des Gefährdungsrisikos in Anspruch genommen werden, wie z.B. Gesundheitshilfen, Beratung, Familienhilfe. Wenn diese Hilfen nicht in Anspruch genommen werden und / oder eine akute Gefährdung besteht, ist das Personal zu einer sofortigen Benachrichtigung des Jugendamtes / Allgemeinen Sozialdienstes verpflichtet.


8.2 Umgang mit einem erhöhten Entwicklungsrisiko

Wenn das pädagogische Personal aufgrund seiner Beobachtungen Anzeichen eines erhöhten Entwicklungsrisikos feststellt (z.B. hinsichtlich einer starken Entwicklungsverzögerung oder einer drohenden oder bestehenden Behinderung), ist es verpflichtet, die Eltern darüber zu informieren und entsprechend zu beraten.

So soll mit den Eltern das weitere Vorgehen abgestimmt werden, welche Fachdienste hinzugezogen werden können. Ziel dabei ist, das Kind – innerhalb und außerhalb der Kita – entsprechend seinen spezifischen Bedürfnissen zu fördern.


9. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. Der fachliche Austausch und die Beratung mit anderen an der Entwicklung des Kindes beteiligten Fachkräften und Einrichtungen eröffnen einen erweiterten Blickwinkel und Zugang zum Kind.

Voraussetzungen für diese Kooperationen sind sowohl die Bereitschaft zu einem intensiven interdisziplinären Austausch mit verschiedenen Berufsgruppen als auch eine transparente Darstellung unserer eigenen Arbeitsorganisation und Pädagogik. Diese Aspekte werden von uns als Bereicherung unseres pädagogischen Handelns empfunden.

Wir haben Erfahrungen mit den ortsansässigen und ortsnahen Therapeuten, Schulen und Behörden, hierzu gehören unter anderem

  • Gemeinde
  • Jugendamt
  • örtliche Grundschulen / Förderschulen
  • Ärzte / Kliniken
  • verschiedene Therapeuten (Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, …)
  • Frühförderung
  • Erziehungs- und Beratungsstellen
  • Verbände und Vereine …

Wichtigster Grundpfeiler für unsere pädagogische Arbeit ist und bleibt aber die Zusammenarbeit mit den Eltern. In ihnen sehen wir die Experten für das Kind, mit denen wir uns regelmäßig austauschen und beraten.


9.1 Die Kooperation von Eltern, Kita und Grundschule

Aufgabe der Kindertageseinrichtung ist es, die Kinder langfristig und angemessen auf die Schule vorzubereiten. Diese Aufgabe beginnt am Tag der Aufnahme.

Für eine gelingende Schulvorbereitung und Übergangsbewältigung ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Eltern, Kindertageseinrichtung und Grundschule erforderlich. Die meisten Kinder unserer Einrichtung werden die Grundschule im Steinbachtal besuchen. Daher pflegen wir eine enge Kooperation mit dieser Schule und deren Lehrkräften. Konkret beinhaltet diese:

  • Die Vorschulkinder führen ein Medienprojekt durch. Dieses zeigt die Unterschiede zwischen Schule und Kita auf. Während des Projektes besuchen die Kinder die Steinbachtalschule und machen selbst Fotoaufnahmen. Am Ende werden die Ergebnisse in einem digitalen Bilderbuch mit nach Hause gegeben. Dies erfolgt noch vor der Einschulung und dient der Vorbereitung des Übergangs von Kita und Grundschule.
  • Die Kinder besuchen die Grundschule in Begleitung mit ihren Erzieherinnen. Alle Kinder sind daran beteiligt, wenn z.B. mit Schulklassen gemeinsame Projekte durchgeführt werden. Für Kinder, deren Einschulung ansteht, sind Schulbesuche wichtig, um den neuen Lebensraum Schule und die neuen Bezugspersonen frühzeitig kennen zu lernen.
  • Erzieherinnen besuchen die Grundschule, um die Partnerinstitution Grundschule näher kennen zu lernen bzw. im Schulunterricht zu hospitieren. Im Rahmen der Unterrichtshospitation können sie zugleich ihre „ehemaligen“ Kinder erleben und sehen, wie es ihnen in der Schule ergeht. Diese Eindrücke geben eine wichtige Rückmeldung an das pädagogische Personal.
  • Fachgespräche und ein Austausch über einzelne Kinder finden nur mit dem vorherigen, schriftlichen Einverständnis der Eltern statt.

9.2 Vorkurs Deutsch

Das „Vorkurskonzept Deutsch 240“ ist eine spezielle Form der Sprachförderung für Kinder, deren beide Elternteile nicht deutschsprachiger Herkunft sind oder erhöhten Förderbedarf haben. Grundschule und Kindergarten arbeiten bis zur Einschulung jeweils 120 Stunden mit ihrem Kind.

Im Kindergarten beginnt dieses gezielte Programm bereits zur Mitte des vorletzten Jahres vor der Einschulung. Dazu stehen dem Kindergarten besondere wissenschaftliche Beobachtungsbögen (SISMIK/SELDAK) zur Verfügung, mit denen das pädagogische Personal zu Beginn des Programms feststellt, wie gut die Sprachfähigkeit jedes einzelnen Kindes in jedem Bereich ausgeprägt ist. Auf Grundlage dieser Ergebnisse fördert das Kindergartenteam gezielt und in spielerischer Form die Sprachentwicklung der Kinder.

Im letzten Jahr vor der Einschulung kooperiert der Kindergarten dann mit der Grundschule. Jetzt finden auch hier weitere zusätzliche „Deutschstunden“ statt.

Die Teilnahme an diesem so genannten „Vorkurs Deutsch 240“ ist kostenlos und freiwillig. Sie als Eltern entscheiden, ob Ihr Kind daran teilnehmen wird. (Für Kinder, die am Vorkurs teilgenommen haben, entfällt zum Zeitpunkt der Schuleinschreibung der speziell vorgesehene Sprachtest, da er im Zuge der Kooperation mit der Grundschule als bereits abgeleistet gilt.) Bitte denken Sie daran: Damit Ihr Kind auch wirklich von dieser Unterstützung profitiert, ist es wichtig, dass es regelmäßig daran teilnimmt. Das ausführliche Konzept für den „Vorkurs Deutsch“ können Sie bei uns in der Kita einsehen.

Die größte Kunst ist, den Kleinen alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel und Zeitvertreib zu machen“

John Locke (Philosoph 1632 – 1704)